Heilige Barbara

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Senger Bamberg Kunsthandel

Beschreibung

Oberrhein, um 1480/90

Eichenholz, vollrund geschnitzt, originale Fassung

Höhe: 56 cm

 

Die Skulptur stellt Barbara von Nikomedien dar, eine Märtyrerin des 3. Jahrhunderts. Der hagiographischen Überlieferung zufolge versuchte Barbaras Vater Dioscuros die Hinwendung der vornehmen jungen Frau zum Christentum zu verhindern, indem er sie in einen Turm einsperrte. Als Barbara sich dennoch taufen ließ, beschloss ihr Vater, sie zu töten. Während ihres grausamen Martyriums erfuhr Barbara wiederholt Gottes Beistand, als beispielsweise ihre Verfolger bestraft und ihre Wunden geheilt wurden. Schließlich enthauptete Dioscuros seine Tochter eigenhändig, woraufhin er von einem Blitz erschlagen wurde. 

In Mittelalter und früher Neuzeit war Barbara, neben Katharina und Margareta, eine der meist verehrten weiblichen Heiligen und zählt zur Gruppe der Vierzehn Nothelfer. Sie wurde zum Schutz vor einem plötzlichen Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen, galt als Patronin der Architekten und Bauarbeiter, sowie der Schmiede und der Feuerwehr, da ihre Fürsprache vor Unheil durch Blitz, Donner und Feuer bewahren sollte.

Die hier gezeigte Skulptur der Heiligen Barbara besticht durch die harmonische Komposition und die exzellente künstlerische Qualität, mit der die Details von Gesicht, Haar und Gewandfalten ausgearbeitet sind. Die Figur steht auf einem architektonischen Sockel, neben ihr, als Attribut, ein dreigeschossiger, spätgotisch verzierter Turm. Ihr Gesicht wirkt kindlich zart, mit breiter Stirn, kleinem Mund und spitzem Kinn. Der Blick der schmalen, mandelförmigen Augen scheint voller Unschuld auf den Betrachter gerichtet. In ihren feingliedrigen Händen hält die Heilige eine geöffnete Bibel, während sie zugleich die Schöße ihres Mantels unter die Arme klemmt, der sie in üppig wogenden, kantigen Schüssel- und Röhrenfalten umfängt. Auch das darunter hervorscheinende rote Kleid bildet sowohl an den Ärmeln als auch am Saum reichhaltige Falten, die gekonnt den Eindruck einer Fülle kostbaren Stoffes erzeugen. 

Besonders in der Rückenansicht fasziniert die vollrund geschnitzte Skulptur durch die Haarpracht aus präzise gestalteten braunen Locken, die im eleganten Zusammenspiel mit den Mantelfalten bis auf Kniehöhe herabfließen. 

Stilistisch lässt sich die Skulptur der oberrheinischen Plastik der Zeit um 1480/90 zuordnen. Auffallend ist die überaus feinsinnig erfasste Plastizität, durch die leibliche Grazie zum Sinnbild für innere, geistige Reinheit wird. Damit ist die hier gezeigte heilige Barbara ein eindrucksvolles Zeugnis für die große handwerkliche Präzision und Raffinesse ihres Schöpfers, eines bislang nicht namentlich identifizierten oberrheinischen Meisters. Ein herausragendes Kunstwerk, dessen liebliche Anmut und würdevolle Eleganz bis heute nichts von ihrem Zauber eingebüßt haben. 

 

 

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