Umbrische Landschaft bei Narni für Max II. Joseph von Bayern - Bernhard Fries, 1860-66

Kategorien

Gemälde

Händler

Christian Eduard Franke-Landwers Christoph Freiherr von Seckendorff

Beschreibung

Umbrische Landschaft bei Narni für Max II. Joseph von Bayern Bernhard Fries, 1860-66

Fries (Heidelberg 1820 – 1879 München) kam durch seinen beinahe 20 Jahre älteren Bruder Ernst, ebenfalls Maler, schon als Kind in Kontakt mit den Künstlern der Heidelberger Romantik um Carl Rottmann und Karl Philipp Fohr. Zur Ausstattung eines von Gottfried von Neureuther im Auftrag von König Max II. Joseph von Bayern entworfenen Pavillons wurde von Bernhard Fries ein Zyklus von 40 großformatigen, italienischen Landschaften geschaffen. Da der Bau jedoch nicht realisiert werden konnte, wurden die Gemälde einzeln veräußert und gelten heute zum großen Teil als verschollen. Umso bedeutender ist diese klassisch komponierte, naturgewaltige Landschaft über dem Tal des Flusses Nera in Umbrien. Fries betont im Gegensatz zu Rottman in dessen berühmten Griechenlandzyklus weniger die historische oder mythologische Bedeutung

der Landschaft. Er konzentriert sich vielmehr auf die geistigen Eindrücke und Stimmungen, die er während seiner zahlreichen Italienreisen selbst durchlebt hat. Die so entstandene Landschafts-komposition vereint eindrücklich die Ideen des Klassizismus, der Romantik und des Realismus. Öl auf Leinwand, unten rechts signiert und rückseitig bezeichnet „Narni“.

Höhe 103 cm, Breite 136 cm.

Thieme/Becker, Bd. 12, S. 476-477.

Gemälde

Porträt Philipp Melanchthons – Lucas Cranach d. Ä. und Werkstatt

Lucas Cranach d. Ä. und Werkstatt (Kronach 1472 – 1553 Weimar)

Porträt Philipp Melanchthons

Wittenberg, 1543

Signatur: rechts über der Schulter schwarzes Schlangensignet (mit liegendem Flügel) und Jahreszahl „1543“

Öl auf Holz

Höhe: 20,1 cm, Breite: 14,4 cm

Literatur: Friedländer/ Rosenberg: The Paintings of Lucas Cranach, Amsterdam 1978, vgl. Nr. 314/315 E und D, S. 130.

Gutachten: Prof. Dr. Gunnar Heydenreich (Cranach Digital Archive), 26.11.2017

Provenienz: Privatsammlung, Stuttgart, 2005

Der Humanist und Theologe Philipp Melanchthon (Bretten 1497 – 1560 Wittenberg) gehörte neben Martin Luther zu den zentralen Figuren der Reformation. Der enge Vertraute Luthers lehrte über vierzig Jahre lang als Professor an der Universität Witten-berg, verfasste zahlreiche theologische und pädagogische Schriften, und galt bereits seinen Zeitgenossen als „Praeceptor Germaniae“ – Lehrer Deutschlands.

Im Jahr 1543 entstand in der Wittenberger Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren eine Serie von Doppelbildnissen Philipp Melanchthons und Martin Luthers. Eine umfang-reiche kunsthistorische Untersuchung des Gemäldes durch Prof. Dr. Gunnar Heyden-reich (Cranach Digital Archive) zeigte, dass sich das hier vorgestellte Porträt in seiner maltechnisch virtuosen Ausführung deutlich von ähnlichen erhaltenen Versionen ab-hebt. Melanchthons ausdrucksstarke Physiognomie ist präzise erfasst, Feinheiten wie die Augen mit Wimpern, Bart- und Kopfhaar sind minuziös wiedergegeben, der blaue Hintergrund wurde zeitaufwändig ohne erkennbaren Pinselstrich gestaltet.

Das Werk besticht nicht nur durch seine außergewöhnlich hohe Malqualität und den sehr guten Erhaltungszustand. Lucas Cranachs meisterliche Charakterstudie lässt selbst heute noch, mehr als 470 Jahre nach ihrer Entstehung, den bedeutende Reformator Melanchthon für den Betrachter greifbar werden.

 

Gemälde

Ihre Anfrage

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Daten und Angaben zur Bearbeitung meines Anliegens elektronisch verarbeitet werden. Mir ist bewusst, dass ich meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft durch eine einfache Erklärung, zum Beispiel durch eine Erklärung mittels dieses Kontaktformulars oder per E-Mail an info@bamberger-antiquitaeten.de, widerrufen kann.