Mischa Fritsch - Namibia I und River

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Senger Bamberg Kunsthandel

Beschreibung

Mischa Fritsch

(geb. 9. September 1970 in Johannesburg, Südafrika)

NAMIBIA I

2018

Öl und Kohle auf Leinwand, Rahmen aus Altholz.

Maße: 187 x 187 cm

 

RIVER

2019

Tinte und Kohle auf Leinwand, Rahmen aus Altholz.

Maße: 187 x 187 cm

 

Mischa Fritsch ist gebürtiger Südafrikaner mit Wurzeln in Österreich und Deutschland. Nach 20 Jahren im Ausland lebt er nun in Bayern. Das Gros seiner Arbeiten jedoch entsteht nach wie vor in ferner, abgelegener Natur: Tankwa Karoo Südafrika, Süd-West Namibia, Sanibel Island, USA.

 

Der Ausgangspunkt seiner Werke ist selten mehr als eine Rolle reiner Leinwand inmitten kargem Nichts. Ein Flussufer, ein Strand, auch mal ein Sumpf, umgeben von Steinwüste, endlosen Dünen oder anderweitig unwirschen Weiten von ursprünglicher Vegetation.

Die Ausrüstung ist ebenso dürftig: ein Vielzweckmesser, Tinte, Lappen. Alle weiteren Materialien sind bereits vor Ort: Erde, Sand, Steine, Wasser, Pflanzen, Sonne. Damit werden die Leinwände bearbeitet. Sie werden getränkt, pigmentiert und strukturiert und zur endgültigen Trocknung der gleißenden Sonne ausgesetzt. Die Kohle der Zeichnungen kommt aus dem abendlichen Lagerfeuer. Die schwarzen Strukturen sind Abrücke der Vegetation vor Ort. Gräser, Blätter, Blumen, Moose, Flechten, Wurzeln oder auch Algen. Festgehalten mit Tinte und Druck. So tragen die Leinwände von Mischa Fritsch Zeugnis des Ortes und des Zeitpunktes ihrer Entstehung. Durch diesen fast experimentellen Prozess lässt er zu, dass vorerst Ort und Zeit die Tonalität und Bildhaftigkeit seiner Werke bestimmen.

Erst zurück im heimatlichen Atelier weicht diese vermeintliche Willkür und Spontanität. Aus impulsivem Spiel werden künstlerischer Fokus und handwerkliche Präzision.

 

Ausgestellt sind die Werke Namibia I (Namibia, 2018) und River (Doringrivier, Tankwa Karoo, Südafrika, 2019).

 

 

Gemälde

Porträt Philipp Melanchthons – Lucas Cranach d. Ä. und Werkstatt

Lucas Cranach d. Ä. und Werkstatt (Kronach 1472 – 1553 Weimar)

Porträt Philipp Melanchthons

Wittenberg, 1543

Signatur: rechts über der Schulter schwarzes Schlangensignet (mit liegendem Flügel) und Jahreszahl „1543“

Öl auf Holz

Höhe: 20,1 cm, Breite: 14,4 cm

Literatur: Friedländer/ Rosenberg: The Paintings of Lucas Cranach, Amsterdam 1978, vgl. Nr. 314/315 E und D, S. 130.

Gutachten: Prof. Dr. Gunnar Heydenreich (Cranach Digital Archive), 26.11.2017

Provenienz: Privatsammlung, Stuttgart, 2005

Der Humanist und Theologe Philipp Melanchthon (Bretten 1497 – 1560 Wittenberg) gehörte neben Martin Luther zu den zentralen Figuren der Reformation. Der enge Vertraute Luthers lehrte über vierzig Jahre lang als Professor an der Universität Witten-berg, verfasste zahlreiche theologische und pädagogische Schriften, und galt bereits seinen Zeitgenossen als „Praeceptor Germaniae“ – Lehrer Deutschlands.

Im Jahr 1543 entstand in der Wittenberger Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren eine Serie von Doppelbildnissen Philipp Melanchthons und Martin Luthers. Eine umfang-reiche kunsthistorische Untersuchung des Gemäldes durch Prof. Dr. Gunnar Heyden-reich (Cranach Digital Archive) zeigte, dass sich das hier vorgestellte Porträt in seiner maltechnisch virtuosen Ausführung deutlich von ähnlichen erhaltenen Versionen ab-hebt. Melanchthons ausdrucksstarke Physiognomie ist präzise erfasst, Feinheiten wie die Augen mit Wimpern, Bart- und Kopfhaar sind minuziös wiedergegeben, der blaue Hintergrund wurde zeitaufwändig ohne erkennbaren Pinselstrich gestaltet.

Das Werk besticht nicht nur durch seine außergewöhnlich hohe Malqualität und den sehr guten Erhaltungszustand. Lucas Cranachs meisterliche Charakterstudie lässt selbst heute noch, mehr als 470 Jahre nach ihrer Entstehung, den bedeutende Reformator Melanchthon für den Betrachter greifbar werden.

 

Gemälde

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