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Kunsthandwerk

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Lyraflügel - Berlin, F. A. Klein - 1853

Lyraflügel
Berlin, F. A. Klein - 1853
Aufrechtstehendes Klavier in Lyraform, die zwei vorderen Beine als Löwenpranken ausgeführt. Palisander furniert und poliert. Fabrikationsnummer „26" über den Stimmwirbeln am oberen Ende der Lyra, auf der Führungsleiste der Dämpfer die Fabrikationsnummer und das Herstellungsjahr mit Bleistift. 124,5 x 60 x 212 cm. - Provenienz: Schloss des Grafen von Thun und Hohenstein. - Aufrechtstehende Klaviere in Lyraform waren eine Besonderheit des Berliner Klavierbaus. Die Kniehebel, die bei früheren Lyraflügeln noch die Dämpfung anhoben, hat Klein schon durch Pedale in Lyrahalterung ersetzt. F. A. Klein baute Lyraflügel in der Tradition des Berliner Klavierbauers Johann Christian Schleip. Schleip war für seine außerordentlich schönen Lyraflügel berühmt. Klein hat ein Lyra- Modell von Schleip weiterentwickelt und das Design der Lyraflügel vervollkommnet. Henry Steinway ließ sich in den USA die kreuzsaitige Bespannung mit Gussrahmen für Flügel und Pianos patentieren (1859 und 1866). 1853 gründete Carl Bechstein seine Pianofortefabrik in Berlin. Preiswerte Pianos von ca. 200 Berliner Klavierbauern drängten Ende des 19. Jahrhunderts auf den Berliner Klaviermarkt. Nicht zuletzt deshalb verschwand in Berlin allmählich das Interesse an den teuren, optisch reizvollen aber leiseren Lyraflügeln in reiner Holzbauweise. Die Instrumente von F. A. Klein stehen also am Ende der Entwicklung des Lyraflügels und stellen gleichzeitig einen Höhepunkt der Klavierbaukunst dar. Das Instrument wurde 1994 von der traditionsreichen Klavierbaufirma Steingraeber & Söhne in Bayreuth voll restauriert. Die renommierten Restauratoren Lutz Reibeholz und Georg Ott verbesserten 2019/2020 Stimmhaltung und Spielbarkeit. Die stilisierten Saiten der Lyra über dem schwarzen Stoffbezug und die Girlanden an der Spitze der Lyra wurden von der Restauratorin Barbara Fuchs in den originalen Zustand versetzt und wieder mit Blattgold überzogen. Der Erhaltungszustand dieses Lyraflügels von F. A. Klein ist einzigartig. - Aus Berliner Privatsammlung.

In unserer Sommer-Auktion am 30. & 31. Juli 2021
In our Summer Auction in July 30 & 31 2021
https://schlosser.atgportals.net/auctions/7885/schlosser10020

Kommodenpaar klassizistisch - Leipzig - Friedrich Gottlob Hoffmann - um 1780

Mahagoni, Mooreiche, Ahorn furniert, Schlüsselschilder in Bein sowie originale, vergoldete Beschläge mit aufwändig emaillierten Plaketten.

Dass die Leipziger Werkstatt Friedrich Gottlob Hoffmanns seiner Zeit zurecht als bedeutendes Zentrum der Möbelherstellung galt, bezeugt dieses nur auf den ersten Blick schlichte Paar Kommoden. Aufwändige und ungewöhnliche Details ergänzen das ausgesuchte Furnierbild der dreischübigen Kommoden: die über Eck stehenden Beine, die in Lisenen mit furnierten Kanneluren übergehen, die fein intarsierten Bänder an den Kanten des Möbels und die eleganten Beschläge entsprachen dem erlesenen Geschmack höfischer Auftraggeber gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Hoffmann (1741-1806) ließ als erster Kunstschreiner 1789 ein illustriertes Verzeichnis der bei ihm bestellbaren Möbelstücke drucken und auf der Leipziger Messe verteilen. Je nach Geschmack des Auftraggebers konnten die Entwürfe in Furnier und Ausführung variiert werden, und es entstanden trotz der Bestellung nach dem Katalog repräsentative Einzelstücke für den Adel und das vermögende Bürgertum. Wunderbare Möbel Hoffmanns haben sich unter anderem in den Schlössern in Wörtlitz und Weimar erhalten.

Höhe 77 cm, Breite 68 cm, Tiefe 45 cm.

M. Sulzbacher u.a., Friedrich Gottlob Hoffmann (anlässlich der Ausstellung „Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig. F.G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer“), Dresden 2014, S. 281 und 282.

Museale Spindler-Kommode - Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler - Berlin um 1765

Nuss, Königsholz und Ahorn sowie weitere gefärbte, teils gravierte und schwarz konturierte Hölzer.

Platte und Front der qualitätvollen, zweischübigen Kommode zeigen die für die Spindler-Werkstatt so charakteristische Gliederung in je drei von Rocaillen gerahmte Kartuschen. Das präzise gearbeitete Würfelparkett wird ergänzt von großen, mit Schleifen gebundenen Blumensträußen, auf der Front von einem üppigen Bouquet im Flechtkorb und auf der Mittelkartusche der Platte von einem Brunnen mit Nereide und Putto vor Maserholzfond. Originale, feuervergoldete und versilberte Bronzebeschläge mit dem Wappen der Freiherren von Plotho ergänzen das meisterliche Furnier.

Erich Christoph Edler Herr und Freiherr von Plotho (1707-1788) wurde 1754 von Friedrich dem Großen zum preußischen Staatsminister ernannt und als brandenburgischer Gesandter während des Siebenjährigen Krieges nach Regensburg abgeordnet. Von dort aus unternahm er zahlreiche diplomatische Reisen an süddeutsche und österreichische Fürstenhöfe. Diese Kontakte hatten nicht nur Einfluss auf seine politische Karriere sondern führten ihn zu einem kultivierten Geschmack für luxuriöse Einrichtungsobjekte und Kunstgegenstände, wie diese repräsentative Kommode bezeugt. Seine Frau Charlotte Wilhelmine Eleonore Freiin von Bodenhausen brachte mehrere, in den Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth gelegene Güter in die 1743 geschlossene Ehe ein, auf die er sich nach seinem Abschied aus den Diensten des Königs zurückzog.

Die Kommode ist bei Kreisel/Himmelheber publiziert und abgebildet.

Höhe 80,5 cm, Breite 140 cm, Tiefe 64 cm.

Abgebildet bei Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels, München 1973, Bd. 2, Abb. 790.

Sangl, „Spindler?“, in: Journal of the Furniture History Society, Leeds 1992, Vol. XXVII, S. 22-66.

Kunstvoll intarsierte Rokoko-Kommode aus der Werkstatt David Roentgens - Neuwied - um 1775

Furniert in Nuss, Palisander, Kirsche, Pflaume und Ahorn, Rouge Royal-Marmorplatte. Rückseitig signiertes Klebeetikett.

Auf elegant geschwungenen Beinen der zweischübige Korpus „sans traverse“ mit lambrequinartig abhängender Zarge, Front und Seiten sind aufwändig bombiert und mit außerordentlich feinen und qualitätvollen, an Schleifen gebundenen Blütengebinden intarsiert. Der originale Griff mit Blütenkranz zeigt im Medaillon eine weibliche Portraitbüste.

Die feinen, leichten Blütenintarsien, die in der Neuwieder Werkstatt unter der Leitung von David Roentgen entwickelt wurden, entsprachen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts eher dem Geschmack der luxusverwöhnten Käufer als die prunkvollen Dekore des Barock und Rokoko, für die sein Vater Abraham von den höfischen Auftraggebern geschätzt wurde. Die zumeist floralen Motive sind angelehnt an Vorlagen von Jean Bérains d.Ä. (1640-1711), Jean Baptiste Oudry (1686-1755) oder Jean Pillement (1728-1808).

Die beeindruckenden Effekte von Farbigkeit, Dreidimensionalität sowie Hell- und Dunkelkontraste entstehen nur durch die Verwendung verschiedenfarbiger Hölzer und allein die Kunstschreiner der Roentgen-Manufaktur beherrschten diese aufwändigen Furniertechniken in solcher Perfektion. Eine sehr ähnliche, aber etwas größere Kommode aus einem Auftrag des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel wird im Landesmuseum Kassel bewahrt.

Höhe 80 cm, Breite 78 cm, Tiefe 41 cm.

Vgl. Huth, Abraham und David Roentgen und ihre Neuwieder Möbelwerkstatt, München 1974, Abb.238.

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