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Kunsthandwerk

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Skulpturen

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Gemälde

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Möbel

Kommodenpaar klassizistisch - Leipzig - Friedrich Gottlob Hoffmann - um 1780

Mahagoni, Mooreiche, Ahorn furniert, Schlüsselschilder in Bein sowie originale, vergoldete Beschläge mit aufwändig emaillierten Plaketten.

Dass die Leipziger Werkstatt Friedrich Gottlob Hoffmanns seiner Zeit zurecht als bedeutendes Zentrum der Möbelherstellung galt, bezeugt dieses nur auf den ersten Blick schlichte Paar Kommoden. Aufwändige und ungewöhnliche Details ergänzen das ausgesuchte Furnierbild der dreischübigen Kommoden: die über Eck stehenden Beine, die in Lisenen mit furnierten Kanneluren übergehen, die fein intarsierten Bänder an den Kanten des Möbels und die eleganten Beschläge entsprachen dem erlesenen Geschmack höfischer Auftraggeber gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Hoffmann (1741-1806) ließ als erster Kunstschreiner 1789 ein illustriertes Verzeichnis der bei ihm bestellbaren Möbelstücke drucken und auf der Leipziger Messe verteilen. Je nach Geschmack des Auftraggebers konnten die Entwürfe in Furnier und Ausführung variiert werden, und es entstanden trotz der Bestellung nach dem Katalog repräsentative Einzelstücke für den Adel und das vermögende Bürgertum. Wunderbare Möbel Hoffmanns haben sich unter anderem in den Schlössern in Wörtlitz und Weimar erhalten.

Höhe 77 cm, Breite 68 cm, Tiefe 45 cm.

M. Sulzbacher u.a., Friedrich Gottlob Hoffmann (anlässlich der Ausstellung „Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig. F.G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer“), Dresden 2014, S. 281 und 282.

Museale Spindler-Kommode - Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler - Berlin um 1765

Nuss, Königsholz und Ahorn sowie weitere gefärbte, teils gravierte und schwarz konturierte Hölzer.

Platte und Front der qualitätvollen, zweischübigen Kommode zeigen die für die Spindler-Werkstatt so charakteristische Gliederung in je drei von Rocaillen gerahmte Kartuschen. Das präzise gearbeitete Würfelparkett wird ergänzt von großen, mit Schleifen gebundenen Blumensträußen, auf der Front von einem üppigen Bouquet im Flechtkorb und auf der Mittelkartusche der Platte von einem Brunnen mit Nereide und Putto vor Maserholzfond. Originale, feuervergoldete und versilberte Bronzebeschläge mit dem Wappen der Freiherren von Plotho ergänzen das meisterliche Furnier.

Erich Christoph Edler Herr und Freiherr von Plotho (1707-1788) wurde 1754 von Friedrich dem Großen zum preußischen Staatsminister ernannt und als brandenburgischer Gesandter während des Siebenjährigen Krieges nach Regensburg abgeordnet. Von dort aus unternahm er zahlreiche diplomatische Reisen an süddeutsche und österreichische Fürstenhöfe. Diese Kontakte hatten nicht nur Einfluss auf seine politische Karriere sondern führten ihn zu einem kultivierten Geschmack für luxuriöse Einrichtungsobjekte und Kunstgegenstände, wie diese repräsentative Kommode bezeugt. Seine Frau Charlotte Wilhelmine Eleonore Freiin von Bodenhausen brachte mehrere, in den Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth gelegene Güter in die 1743 geschlossene Ehe ein, auf die er sich nach seinem Abschied aus den Diensten des Königs zurückzog.

Die Kommode ist bei Kreisel/Himmelheber publiziert und abgebildet.

Höhe 80,5 cm, Breite 140 cm, Tiefe 64 cm.

Abgebildet bei Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels, München 1973, Bd. 2, Abb. 790.

Sangl, „Spindler?“, in: Journal of the Furniture History Society, Leeds 1992, Vol. XXVII, S. 22-66.

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