Bamberger Kunst und Antiquitäten GbR

Die 25. Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen finden vom 24. Juli bis 24. August 2020 im Weltkulturerbe Bamberg statt.

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Kunsthandwerk

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Skulpturen

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Gemälde

Die Anbetung der Könige

DIE ANBETUNG DER KÖNIGE

Antwerpener Manierist, um 1520

 

Tafelgemälde, Öl auf Holz

Höhe: 109 cm, Breite: 70,5 cm

 

Provenienz: Privatsammlung, Süddeutschland

Literatur: Max J. Friedländer: Die Antwerpener Manieristen von 1520. In: Jahrbuch der königlich preußischen Kunstsammlungen 36 (1915), S. 65–91.

Siehe die Veröffentlichungen zur Ausstellung ExtravagAnt! A forgotten Chapter of Antwerp Painting 1500-1530, Koninklijk Museum vor Schone Kunsten Antwerpen, 15. Oktober – 31. Dezember 2005, Antwerpen 2005. URL: https://www.codart.nl/guide/agenda/extravagant-antwerpse-schilderijen-voor-de-europese-markt-1500-1525/

 

 

Das Gemälde der Anbetung der Könige wurde um 1520 von einem Maler aus der Gruppe der sogenannten Antwerpener Manieristen geschaffen.

Die Szene spielt in den Ruinen eines reich ausgeschmückten Tempels, die Durchblick auf eine Stadt mit umgebender Gebirgslandschaft im Hintergrund gewähren. Im Zentrum sitzt Maria, mit braunem Haar und einem dunkelblauen Umhang. Das Jesuskind auf ihrem Schoß wirkt anrührend klein und zart. Josef, mit grauem Haar und Bart, steht hinter den beiden, offenbar ins Gespräch vertieft mit einem der Begleiter der drei Weisen. Die heiligen Könige, die ihre Gaben in filigran verzierten Goldgefäßen überreichen, symbolisieren sowohl die drei damals bekannten Erdteile, als auch die drei Lebensalter. Der rechts vor Mutter und Kind kniende König steht für Europa und das Greisenalter, der links platzierte König, mit Turban und einem orientalisch gekleideten Diener im Hintergrund, stellt Asien und das mittlere Lebensalter dar, während der Mohrenkönig ganz rechts Afrika und die Jugend verkörpert.

Unter dem vom Kunsthistorik Max J. Friedländer eingeführten Begriff Antwerpener Manieristen werden eine Reihe von Künstlern aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts zusammengefasst, die einen überaus dekorativen und detailfreudigen Stil pflegten, der jedoch nicht vom ita­lienischen Manierismus der Zeit beeinflusst war, sondern sich aus den spätgotischen Traditionen der altniederländischen Malerei entwickelt hatte, welche durch ihre Detailgenauig­keit, bis hin zur quasi fotorealistischen Wiedergabe von Oberflächenstrukturen und Landschaften, gekennzeichnet ist.

Der große Erfolg des Antwerpener Manierismus war eng mit dem Aufstieg Antwerpens zu einem der florierendsten Handelszentren Europas verknüpft. Um 1500 war die Me­tropole ein zentraler Umschlagplatz für den internationalen Handel. Dies befeuerte auch den Kunstmarkt und bot ideale Bedingungen für Maler, die ihre Altäre und Tafelbilder gezielt für den Export schufen.

Das Thema der Anbetung der Könige eignete sich hierfür besonders gut, da es europa­weit sehr beliebt und gefragt war. Die Darstellung der Weisen aus dem Morgenland eröffnete reichhaltige schöpferische Möglichkeiten, angefangen bei der phantasievollen Gestaltung exotischer Gewänder, die die Figuren in extravagantem Faltenwurf umhüllen, über die prunkvol­len Geschenke, bis hin zur fantastischen Architektur, die in eklektischer Pracht gotische mit Renaissancemotiven verbindet.

Der Stil dieser Kompositionen ist schmuckvoll und extravagant, naturgetreue Wiedergabe oder gar Realismus traten zugunsten des dekorativen Effekts in den Hintergrund. Der Antwerpener Manierismus schuf repräsentative Schaustücke, die der neuesten Mode der Zeit zwischen 1500 und 1530 entsprachen - sozusagen ein „Fashion-Statement“ dieser bewegten Epoche des Übergangs von der Spätgotik zur Renaissance. Die malerische Ausführung ist technisch virtuos. Die Antwerpener Manieristen schenkten der minuziösen Darstellung vielfältiger, teils dicht gepackter Details mehr Aufmerksamkeit, als der monumentalen Gesamtwirkung ihrer Bildkompositionen. Gerade dies war und ist das Erfolgsrezept der Gemälde: Sie bieten dem Betrachter die Möglichkeit, sich in eine Fülle von interessanten Nebenschauplätzen zu vertiefen und dabei zahlreiche überraschende Feinheiten zu entdecken.

Das hier vorgestellte Gemälde ist ein exzellentes Beispiel für die Kunstfertigkeit, Präzision und den Ideenreichtum der Antwerpener Manieristen, die ihre Gemälde nicht signierten und daher bis auf wenige Ausnahmen bis heute nicht namentlich bekannt sind.

Mischa Fritsch - Namibia I und River

Mischa Fritsch

(geb. 9. September 1970 in Johannesburg, Südafrika)

NAMIBIA I

2018

Öl und Kohle auf Leinwand, Rahmen aus Altholz.

Maße: 187 x 187 cm

 

RIVER

2019

Tinte und Kohle auf Leinwand, Rahmen aus Altholz.

Maße: 187 x 187 cm

 

Mischa Fritsch ist gebürtiger Südafrikaner mit Wurzeln in Österreich und Deutschland. Nach 20 Jahren im Ausland lebt er nun in Bayern. Das Gros seiner Arbeiten jedoch entsteht nach wie vor in ferner, abgelegener Natur: Tankwa Karoo Südafrika, Süd-West Namibia, Sanibel Island, USA.

 

Der Ausgangspunkt seiner Werke ist selten mehr als eine Rolle reiner Leinwand inmitten kargem Nichts. Ein Flussufer, ein Strand, auch mal ein Sumpf, umgeben von Steinwüste, endlosen Dünen oder anderweitig unwirschen Weiten von ursprünglicher Vegetation.

Die Ausrüstung ist ebenso dürftig: ein Vielzweckmesser, Tinte, Lappen. Alle weiteren Materialien sind bereits vor Ort: Erde, Sand, Steine, Wasser, Pflanzen, Sonne. Damit werden die Leinwände bearbeitet. Sie werden getränkt, pigmentiert und strukturiert und zur endgültigen Trocknung der gleißenden Sonne ausgesetzt. Die Kohle der Zeichnungen kommt aus dem abendlichen Lagerfeuer. Die schwarzen Strukturen sind Abrücke der Vegetation vor Ort. Gräser, Blätter, Blumen, Moose, Flechten, Wurzeln oder auch Algen. Festgehalten mit Tinte und Druck. So tragen die Leinwände von Mischa Fritsch Zeugnis des Ortes und des Zeitpunktes ihrer Entstehung. Durch diesen fast experimentellen Prozess lässt er zu, dass vorerst Ort und Zeit die Tonalität und Bildhaftigkeit seiner Werke bestimmen.

Erst zurück im heimatlichen Atelier weicht diese vermeintliche Willkür und Spontanität. Aus impulsivem Spiel werden künstlerischer Fokus und handwerkliche Präzision.

 

Ausgestellt sind die Werke Namibia I (Namibia, 2018) und River (Doringrivier, Tankwa Karoo, Südafrika, 2019).

 

 

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